Digital vs Neuland: Der Unterschied zwischen Obama und Merkel

In den letzten Wochen konnte man sich wieder herrlich über die mangelnde digitale Entwicklung und die Ignoranz vieler Politiker in Deutschland aufregen!

Sehr gut zusammengefasst hat André Vatter den Zustand der Digitalisierung in Deutschland in einem sehr lesenswerten Rant-Blogpost. Statt der Förderung der neuen Wirtschaftszweige werde die Wirtschaft 1.0 subventioniert. Weil diejenigen, die jetzt in Amt und Würde sind, mit der Wirtschaft 1.0 groß geworden sind und von ihr stark profitiert haben.

Gleichzeitig liest man, wie die Politik in den USA vielen Themen gegenübersteht: offen, mit den richtigen Ansätzen, Innovationen und “Neuland” fördernd.

Frustrierend zu lesen, dass Merkel für Spezialdienste die Netzneutralität in Frage stellen will. Wo will man später die Grenze ziehen? Sobald die Netzneutralität aufgeweicht wird, werden alle möglichen “Spezialdienste” ihren Anspruch an bevorzugten Datentransfer stellen.

Die Bundesregierung sollte lieber Geld in die Hand nehmen und das Breitbandnetz auszubauen. Denn Deutschland hinkt hier etwas hinterher. Da die Bundesnetzagentur allerdings 1Mbit/s bereits als “Breitband” ansieht, ist man in Berlin ja anscheinend der Meinung, hier gäbe es keinen Handlungsbedarf. Mit der Geschwindigkeit können ja schon fast 100% der Bevölkerung surfen.

Während der Blick von Frau Merkel von Lobbyisten gelenkt zu sein scheint, hat Obama den freien Wettbewerb im Blick – und genau darum geht es ja bei der Netzneutralität:

That’s a principle known as “net neutrality” — and it says that an entrepreneur’s fledgling company should have the same chance to succeed as established corporations, and that access to a high school student’s blog shouldn’t be unfairly slowed down to make way for advertisers with more money. That’s what President Obama believes, and what he means when he says there should be no gatekeepers between you and your favorite online sites and services. And as the Federal Communications Commission (FCC) considers new rules for how to safeguard competition and user choice, we cannot take that principle of net neutrality for granted. (Quelle)

Bezeichnend für die Einstellung von Merkel und Obama gegenüber Digitalisierung sind zwei Fundstücke, die mir in den letzten Tagen unter die Augen gekommen sind.

 

Obama lässt sich zeigen, wie man programmiert. Zwar nur eine Stunde lang, aber immerhin.


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Für Frau Merkel ist das alles Neuland, sie kocht stattdessen lieber Kartoffeln oder Eintopf:

 

 

OK, das ist natürlich kein ernst gemeinter Vergleich. Aber ich finde er beschreibt die Situation zur Zeit ganz gut.

 

 

Was wisst ihr schon über Vanille?

Wie viele meiner Leser mittlerweile vermutlich wissen, betreibe ich einen kleinen Online Shop – mit einer extremen Long Tail Spezialisierung: Vanille.

Der Vanille Shop verkauft Vanilleschoten aus Madagaskar und Tahiti. Wir wollen aber mehr sein, als nur ein Online Shop für ein fantastisches Gewürz. Wir versuchen durch interessante Rezepte in unserer Rezepterubrik sowie spannende Hintergrundinformationen in unserem Vanille Blog dieses Gewürz deutschen Hobbyköchen näher zu bringen.

Wer weiss zum Beispiel, wie Vanille wirklich aussieht, wo es wächst und wie es verarbeitet wird? Wie wird aus einer grünen, geruchsneutralen Schote eine schwarzes, aromavolles Küchengewürz?

 

Vanilleschoten grün und schwarz

 

In einer Serie von Beiträgen erklären wir daher im Vanille Blog den Entstehungsprozess von Vanille: Wo wird sie angebaut, wie sieht eine Plantage aus, wie wird Vanille verarbeitet und welche Sorten gibt es überhaupt?

Hier geht’s zum ersten Beitrag dieser Serie, die wir jetzt in der Weihnachtszeit nach und nach veröffentlich.

 

 

Minority Report und die Qualität der Daten.

Manchmal muss man zwei Artikel nur direkt nacheinander lesen, um Angst zu bekommen. Erst ein Spiegelartikel, in dem davor gewarnt wird, öffentlich verfügbaren Daten aus Social Networks zu vertrauen, und gleich danach ein Artikel auf Netzpolitik.org, in dem erklärt wird, wie Landeskriminalämter verschiedener Bundesländer mit Predictive Modelling auf Basis öffentlich verfügbarer Daten Verbrechen vorherzusagen.

Das klingt wie Minority Report, in dem die “Precogs” Verbrechen vorhersagen sollen. Philip K Dick lag damit nur wenig daneben, die hier im Einsatz befindliche Software heisst “PreCobs”.

Hier zwei Zitate aus den Artikeln:

 

Auf Spiegel Online gelesen:

Nun aber warnen zwei Forscher im Fachblatt “Science” vor einer allzu naiven Nutzung solcher Daten. Diese seien oft nicht repräsentativ, verzerrt und wegen diverser Einschränkungen der Social-Media- Plattformen ungenau (…) Alle Studien, die auf Daten aus sozialen Netzwerken basieren, sind in irgendeiner Art von diesen Problemen betroffen

Besonders problematisch sei, dass Unternehmen wie Geheimdienste solche Analysen praktisch täglich durchführten. Das Ganze finde hinter verschlossenen Türen statt – ohne ausreichenden öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs. “Wie solide sind dann diese Schlussfolgerungen?”, fragt Helbing. “Wenn jemand aufgrund solch einer Analyse kein Flugzeug mehr besteigen darf oder keinen Kredit bekommt, ist das nicht lustig.”

 

Und kurz danach auf Netzpolitik.org gelesen:

Die Landeskriminalämter Bayern und Nordrhein-Westfalen sind derzeit mit Tests zur Wirksamkeit von “Predictive Policing” befasst. Eine Vorhersagesoftware soll Anhaltspunkte liefern, wann und wo ein Wohnungseinbruch bevorsteht.

Aus “kriminalstrategischen Erwägungen” liege der Fokus zunächst auf Wohnungseinbruch. Soweit sich dort positive Ergebnisse nachweisen lassen komme “die Ausweitung solcher Anwendungen auch auf weitere Deliktsfelder in Betracht”. Die Software soll jenseits der polizeilichen Nutzung auch Informationen “für Zwecke der Sozialpolitik oder des Städtebaus” liefern.

Die in Deutschland getestete Vorhersagesoftware verarbeitet zunächst keine Personendaten. Neben Informationen zu früheren Einbrüchen werden weitere “frei zugängliche Datenquellen” eingebunden. Hierzu gehören “bauliche Gegebenheiten in Stadtbezirken, Verkehrsinfrastrukturen, Wetterdaten”. Um die Wirksamkeit der vorhersagenden Analyse zu steigern, können weitere Daten herangezogen werden.

 

Noch werden Daten aus Social Networks nicht für die Verbrechensvorhersage genutzt. Aber ist es auszuschliessen?

Ich kenne einen Fall in meinem Bekanntenkreis, wo jemand von der Polizei auf Basis eines Vergleichs des Facebook-Profilfotos mit dem Foto einer Geschwindigkeitskontrolle überführt wurde. Das ist der erste Schritt …

 

 

Star Wars: the Force Awakens Teaser-Trailer

Ich glaube kaum, dass es noch irgendjemanden gibt, der diesen Clip noch nicht gesehen hat, oder? Zumindest niemand, der sich für die Star Wars Reihe interessiert…

Andererseits ist es nicht das primäre Ziel dieses Blogs, aktuelle Themen als erstes zu liefern, sondern im Sinne eines Web-Logbuchs das zu protokollieren, was mich im Web interessiert. (Auch wenn das zur Zeit auch irgendwie nicht richtig funktioniert).

Also dann: may the force be with you. Ich freu mich schon auf nächsten Dezember.

 

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Das New York City WiFi Orchester

Man nehme mehrere Straßenmusiker, die quer verteilt in New York stehen. Dazu einen Dirigenten, der irgendwo zentral in einem Park steht. Man verbinde die Musiker mit dem Dirigenten per Laptops mit WebCam über das anscheinend überall verfügbare WLAN – und Voilá, das virtuelle digitale Orchester steht.

 

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Das Setup, die ganze Idee ist eine Blaupause für eine Werbeidee irgendeines Telekommunikationskonzerns. Bin gespannt, wann wir das erste “Viral” eines solchen Unternehmens mit solch einer Idee sehen werden.

 

Wie Google funktioniert – das Buch von Eric Schmidt als Slideshare-Präsentation

Sogar Eric Schmidt, ein gestandener CEO, musste dazu lernen, um ein Unternehmen wie Google erfolgreich zu machen. Er hat also Google nicht irgendwelche etablierten Management-Methoden übergestülpt, sondern anscheinend dafür gesorgt, dass die bereits bestehende Google-Kultur halbwegs vernünftig arbeitet.

Es geht darum, die richtigen Leute zu finden: “Smart Creatives”, die darauf brennen, in kleinen Gruppen schnell Ideen und dann Prototypen zu entwickeln.

Strukturen für Kreativität zu schaffen. Strukturen, die auch ein Scheitern zulassen (siehe übrigens auch die aktuelle Brandeins über “Scheitern”), idealerweise mit einem Serendipitösem Ausgang (keine Ahnung, ob es das Wort gibt – auf Englisch ist es “serendipitous”).

Aber lest selbst, es sind nur 54 kurzweilige Slides:

 

 

 

 

Erschreckende Ausblicke der aktuellen Medienrevolution.

Sebastian Matthes schreibt in der Huffington Post einen Artikel mit dem Titel: “Medienwandel: Warum die eigentliche Revolution erst noch bevorsteht

Alles dreht sich um Smartphone/Mobile Konsumierung von Online Nachrichten, die zudem hauptsächlich über soziale Medien gefunden werden. Bedeutet: der “Ottonormalverbraucher” liest in Zukunft nur noch das, was er über Twitter und Facebook findet – und das auf dem relativ kleinen Screen eines Smartphones.

Für mich ein bestürzender Ausblick: News werden zunehmend auf Smartphones gelesen – Endgeräte, die nicht gerade dafür bekannt sind, dass man sich längere und damit vermutlich fundiertere Artikel durchliest.

Dazu noch werden Inhalte laut des Artikels zunehmend über Social Networks gefunden (statt der Website einer Redaktion). Die wirklich politisch und wirtschaftlich fundierten, wichtigen Artikel werden aber selten geshared werden (u.a. weil sie von den wenigsten auf dem Smartphone bis zum Ende gelesen werden).

Ist das der Zusammenbruch einer ehemals zumindest halbwegs gut informierten Gesellschaft? Bewegen wir uns auf eine Gesellschaft hin, die nur noch Buzzfeed und heftig.co geartete “News” entdecken und lesen wird? Ich habe Angst…