TISA – noch gefährlicher als TTIP?

TTIP ist mittlerweile relativ bekannt als ein gefährliches Abkommen zwischen Deutschland und den USA.

Wobei die Gefahr nicht nur darin besteht, dass wir in Zukunft Gen-manipulierte Produkte essen werden, bzw. können. Die Gefahr, dass lokale Regierungen in ihrer Gesetzesgebung durch die Androhung von durch Schiedsgerichte in intransparenten Verfahren verordneten Ausgleichszahlungen beeinflusst werden, finde ich fast noch schlimmer. Man muss wirklich hoffen, dass es nicht dazu kommt.

Jetzt gibt es ein neues Schreckgespenst: TISA:

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Als eine moderne Form des Menschenhandels werden die Auswirkungen behandelt. In einer der letzten Ausgaben der Zeit war ein Artikel über die Fleischindustrie in Niedersachen, die anscheinend weitestgehend durch Leiharbeiter, rekrutiert über dubiose Subunternehmen im Ostblock, betrieben werden. Vermutlich muss man sich die Auswirkungen von TISA ähnlich vorstellen.

 

 

China Domain Name Scam

ChinaDen typischen “Nigeria-Scam” haben die meisten schon per E-Mail erhalten. In schlechtem Deutsch wird man gebeten, einer Vermögenden Person zu helfen, große Summen an Geld aus einem zweifelhaften Land zu schaffen. Der Scam ist nicht neu, früher wurde der Nigeria-Scam per Fax verschickt.

Ein relativ neuer Scam, geschätzt maximal 1-2 Jahre alt, ist der Domain-Name-Scam, oder, wie man es aufgrund der Herkunft der meisten E-Mails nennen sollte: der China-Domain-Name-Scam.

In letzter Zeit bekomme ich hin und wieder E-Mails aus China, die anfangs wie ein netter Service daher kommen:

Dear Manager,

(If you are not the person who is in charge of this, please forward this to your CEO,Thanks)

This email is from China domain name registration center, which mainly deal with the domain name registration and dispute internationally in China.
We received an application from Huake Ltd on December 22, 2014. They want to register ” domain-name ” as their Internet Keyword and ” domain-name .cn “、” domain-name .com.cn ” 、” domain-name .net.cn “、” domain-name .org.cn ” domain names etc.., they are in China domain names. But after checking it, we find “domain-name ” conflicts with your company. In order to deal with this matter better, so we send you email and confirm whether this company is your distributor or business partner in China or not?

Best Regards,
Jim
General Manager
Shanghai Office (Head Office)
3002, Nanhai Building, No. 854 Nandan Road,
Xuhui District, Shanghai 200070, China
Tel: +86 216191 8696
Mobile: +86 1870199 4951
Fax: +86 216191 8697
Web: www.yg-registry.cn

(Die Domain, um die es tatsächlich geht, habe ich ausgetauscht gegen “domain-name”)

Das beunruhigt jeden, der eine Domain hat, die irgendwann weltweit funktionieren soll. Natürlich war die Domain, um die es beim ersten Mal ging, nicht in China geschützt, sollte aber auch auf keinen Fall mit einer Domain aus China verwechselt werden können. Was ich mich zu dem Zeitpunkt schon fragte: die wollen ein Internet Keyword registrieren? Seit wann geht sowas?

Nach einigen Tagen drohte mir die Firma in China, die die Domain sichern wollte:

Dear Sirs,
Our company based in chinese office, our company has submitted the “domain-name ” as CN(.cn/.com.cn/.net.cn/.org.cn) domain name and Internet Keyword, we are waiting for Mr. Jim’s approval. We think this name is very important for our products in Chinese market. Even though Mr. Jim advises us to change another name, we will persist in this name.
Best regards
Jiang zhihai

Das beste daran: die wirklich sehr offiziell wirkende und vertrauensbildende E-Mail Adresse: jiangzhihai886@hotmail.com

Also trat ich tatsächlich mit “Jim” (bzw. war es damals ein “John”) in Kontakt, um zu erfahren, was er für mich tun wolle. Hier seine Antwort:

Based on your company having no relationship with them, we have suggested they should choose another name to avoid this conflict but they insist on this name as CN domain names (cn/ com.cn/ net.cn/ org.cn) and internet keyword on the internet. In our opinion, maybe they do the similar business as your company and register it to promote his company.
According to the domain name registration principle: The domain names and internet keyword which applied based on the international principle are opened to companies as well as individuals. Any companies or individuals have rights to register any domain name and internet keyword which are unregistered. Because your company haven’t registered this name as CN domains and internet keyword on the internet, anyone can obtain them by registration. However, in order to avoid this conflict, the trademark or original name owner has priority to make this registration in our audit period. If your company is the original owner of this name and want to register these CN domain names (cn/ com.cn/ net.cn/ org.cn) and internet keyword to prevent anybody from using them, please inform us. We can send an application form and the price list to you and help you register these within dispute period.

Die Preisliste habe ich nicht mehr angefragt, mittlerweile war klar, wo der Hase langläuft. Und inzwischen bekomme ich so oft solche E-Mails, dass deren “Geschäftsmodell” klar ist…

Also Obacht, wenn Jim, John oder sonst wer aus China einen solchen Service anbieten!

 

 

 

Frisch aus dem Netz: Lesenswerte Links.

Neues Jahr, neue Vorsätze! Ich lese täglich relativ viele Artikel und Blog Posts im Netz. Einer meiner Vorsätze ist es, im kommenden Jahr die interessantesten davon hier im Blog zu verlinken.

 

 

Digital vs Neuland: Der Unterschied zwischen Obama und Merkel

In den letzten Wochen konnte man sich wieder herrlich über die mangelnde digitale Entwicklung und die Ignoranz vieler Politiker in Deutschland aufregen!

Sehr gut zusammengefasst hat André Vatter den Zustand der Digitalisierung in Deutschland in einem sehr lesenswerten Rant-Blogpost. Statt der Förderung der neuen Wirtschaftszweige werde die Wirtschaft 1.0 subventioniert. Weil diejenigen, die jetzt in Amt und Würde sind, mit der Wirtschaft 1.0 groß geworden sind und von ihr stark profitiert haben.

Gleichzeitig liest man, wie die Politik in den USA vielen Themen gegenübersteht: offen, mit den richtigen Ansätzen, Innovationen und “Neuland” fördernd.

Frustrierend zu lesen, dass Merkel für Spezialdienste die Netzneutralität in Frage stellen will. Wo will man später die Grenze ziehen? Sobald die Netzneutralität aufgeweicht wird, werden alle möglichen “Spezialdienste” ihren Anspruch an bevorzugten Datentransfer stellen.

Die Bundesregierung sollte lieber Geld in die Hand nehmen und das Breitbandnetz auszubauen. Denn Deutschland hinkt hier etwas hinterher. Da die Bundesnetzagentur allerdings 1Mbit/s bereits als “Breitband” ansieht, ist man in Berlin ja anscheinend der Meinung, hier gäbe es keinen Handlungsbedarf. Mit der Geschwindigkeit können ja schon fast 100% der Bevölkerung surfen.

Während der Blick von Frau Merkel von Lobbyisten gelenkt zu sein scheint, hat Obama den freien Wettbewerb im Blick – und genau darum geht es ja bei der Netzneutralität:

That’s a principle known as “net neutrality” — and it says that an entrepreneur’s fledgling company should have the same chance to succeed as established corporations, and that access to a high school student’s blog shouldn’t be unfairly slowed down to make way for advertisers with more money. That’s what President Obama believes, and what he means when he says there should be no gatekeepers between you and your favorite online sites and services. And as the Federal Communications Commission (FCC) considers new rules for how to safeguard competition and user choice, we cannot take that principle of net neutrality for granted. (Quelle)

Bezeichnend für die Einstellung von Merkel und Obama gegenüber Digitalisierung sind zwei Fundstücke, die mir in den letzten Tagen unter die Augen gekommen sind.

 

Obama lässt sich zeigen, wie man programmiert. Zwar nur eine Stunde lang, aber immerhin.


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Für Frau Merkel ist das alles Neuland, sie kocht stattdessen lieber Kartoffeln oder Eintopf:

 

 

OK, das ist natürlich kein ernst gemeinter Vergleich. Aber ich finde er beschreibt die Situation zur Zeit ganz gut.

 

 

Was wisst ihr schon über Vanille?

Wie viele meiner Leser mittlerweile vermutlich wissen, betreibe ich einen kleinen Online Shop – mit einer extremen Long Tail Spezialisierung: Vanille.

Der Vanille Shop verkauft Vanilleschoten aus Madagaskar und Tahiti. Wir wollen aber mehr sein, als nur ein Online Shop für ein fantastisches Gewürz. Wir versuchen durch interessante Rezepte in unserer Rezepterubrik sowie spannende Hintergrundinformationen in unserem Vanille Blog dieses Gewürz deutschen Hobbyköchen näher zu bringen.

Wer weiss zum Beispiel, wie Vanille wirklich aussieht, wo es wächst und wie es verarbeitet wird? Wie wird aus einer grünen, geruchsneutralen Schote eine schwarzes, aromavolles Küchengewürz?

 

Vanilleschoten grün und schwarz

 

In einer Serie von Beiträgen erklären wir daher im Vanille Blog den Entstehungsprozess von Vanille: Wo wird sie angebaut, wie sieht eine Plantage aus, wie wird Vanille verarbeitet und welche Sorten gibt es überhaupt?

Hier geht’s zum ersten Beitrag dieser Serie, die wir jetzt in der Weihnachtszeit nach und nach veröffentlich.

 

 

Minority Report und die Qualität der Daten.

Manchmal muss man zwei Artikel nur direkt nacheinander lesen, um Angst zu bekommen. Erst ein Spiegelartikel, in dem davor gewarnt wird, öffentlich verfügbaren Daten aus Social Networks zu vertrauen, und gleich danach ein Artikel auf Netzpolitik.org, in dem erklärt wird, wie Landeskriminalämter verschiedener Bundesländer mit Predictive Modelling auf Basis öffentlich verfügbarer Daten Verbrechen vorherzusagen.

Das klingt wie Minority Report, in dem die “Precogs” Verbrechen vorhersagen sollen. Philip K Dick lag damit nur wenig daneben, die hier im Einsatz befindliche Software heisst “PreCobs”.

Hier zwei Zitate aus den Artikeln:

 

Auf Spiegel Online gelesen:

Nun aber warnen zwei Forscher im Fachblatt “Science” vor einer allzu naiven Nutzung solcher Daten. Diese seien oft nicht repräsentativ, verzerrt und wegen diverser Einschränkungen der Social-Media- Plattformen ungenau (…) Alle Studien, die auf Daten aus sozialen Netzwerken basieren, sind in irgendeiner Art von diesen Problemen betroffen

Besonders problematisch sei, dass Unternehmen wie Geheimdienste solche Analysen praktisch täglich durchführten. Das Ganze finde hinter verschlossenen Türen statt – ohne ausreichenden öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs. “Wie solide sind dann diese Schlussfolgerungen?”, fragt Helbing. “Wenn jemand aufgrund solch einer Analyse kein Flugzeug mehr besteigen darf oder keinen Kredit bekommt, ist das nicht lustig.”

 

Und kurz danach auf Netzpolitik.org gelesen:

Die Landeskriminalämter Bayern und Nordrhein-Westfalen sind derzeit mit Tests zur Wirksamkeit von “Predictive Policing” befasst. Eine Vorhersagesoftware soll Anhaltspunkte liefern, wann und wo ein Wohnungseinbruch bevorsteht.

Aus “kriminalstrategischen Erwägungen” liege der Fokus zunächst auf Wohnungseinbruch. Soweit sich dort positive Ergebnisse nachweisen lassen komme “die Ausweitung solcher Anwendungen auch auf weitere Deliktsfelder in Betracht”. Die Software soll jenseits der polizeilichen Nutzung auch Informationen “für Zwecke der Sozialpolitik oder des Städtebaus” liefern.

Die in Deutschland getestete Vorhersagesoftware verarbeitet zunächst keine Personendaten. Neben Informationen zu früheren Einbrüchen werden weitere “frei zugängliche Datenquellen” eingebunden. Hierzu gehören “bauliche Gegebenheiten in Stadtbezirken, Verkehrsinfrastrukturen, Wetterdaten”. Um die Wirksamkeit der vorhersagenden Analyse zu steigern, können weitere Daten herangezogen werden.

 

Noch werden Daten aus Social Networks nicht für die Verbrechensvorhersage genutzt. Aber ist es auszuschliessen?

Ich kenne einen Fall in meinem Bekanntenkreis, wo jemand von der Polizei auf Basis eines Vergleichs des Facebook-Profilfotos mit dem Foto einer Geschwindigkeitskontrolle überführt wurde. Das ist der erste Schritt …

 

 

Star Wars: the Force Awakens Teaser-Trailer

Ich glaube kaum, dass es noch irgendjemanden gibt, der diesen Clip noch nicht gesehen hat, oder? Zumindest niemand, der sich für die Star Wars Reihe interessiert…

Andererseits ist es nicht das primäre Ziel dieses Blogs, aktuelle Themen als erstes zu liefern, sondern im Sinne eines Web-Logbuchs das zu protokollieren, was mich im Web interessiert. (Auch wenn das zur Zeit auch irgendwie nicht richtig funktioniert).

Also dann: may the force be with you. Ich freu mich schon auf nächsten Dezember.

 

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