Erschreckende Ausblicke der aktuellen Medienrevolution.

Sebastian Matthes schreibt in der Huffington Post einen Artikel mit dem Titel: “Medienwandel: Warum die eigentliche Revolution erst noch bevorsteht

Alles dreht sich um Smartphone/Mobile Konsumierung von Online Nachrichten, die zudem hauptsächlich über soziale Medien gefunden werden. Bedeutet: der “Ottonormalverbraucher” liest in Zukunft nur noch das, was er über Twitter und Facebook findet – und das auf dem relativ kleinen Screen eines Smartphones.

Für mich ein bestürzender Ausblick: News werden zunehmend auf Smartphones gelesen – Endgeräte, die nicht gerade dafür bekannt sind, dass man sich längere und damit vermutlich fundiertere Artikel durchliest.

Dazu noch werden Inhalte laut des Artikels zunehmend über Social Networks gefunden (statt der Website einer Redaktion). Die wirklich politisch und wirtschaftlich fundierten, wichtigen Artikel werden aber selten geshared werden (u.a. weil sie von den wenigsten auf dem Smartphone bis zum Ende gelesen werden).

Ist das der Zusammenbruch einer ehemals zumindest halbwegs gut informierten Gesellschaft? Bewegen wir uns auf eine Gesellschaft hin, die nur noch Buzzfeed und heftig.co geartete “News” entdecken und lesen wird? Ich habe Angst…

 

 

Die VG Media schmollt und schimpft über das Google “Monopol”.

GoogleMonopol-1Holt das Popcorn raus, es gibt wieder Neues vom Leistungsschutzrecht, der Schlammschlacht zwischen Google und der VG Media – sprich der VG deutscher Mediendinosaurier.

 

Was ist passiert?

Ganz einfach. Google hat auf das durch die Medienlobby angetriebene Verabschieden des Leistungsschutzrechts reagiert wie erwartet. In den Suchergebnissen werden keine Snippets oder Bildvorschauen mehr angezeigt. Stattdessen sind nur noch die Überschriften inkl. Link sicht- und klickbar.

Das ist im Prinzip ein fast marktübliches Verhalten. Die einen legen einen Preis für Textsnippets und Vorschaubilder fest (und setzen dieses Vorgehen sogar per Gesetz durch – ist das noch fair?), der andere Player entscheidet sich, das nicht zu „kaufen“ und zeigt diese Snippets einfach nicht mehr an.

 

Was regt die VG Media so auf?

Soweit so gut, sollte man denken. Allerdings ist das für die VG Media anscheinend nicht gut genug. Jetzt schreien und zetern sie, dass Google seine Marktmacht ausnutzt, um die Verlage dazu zu zwingen, die Snippets kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Erpressung nennen sie das. Die VG Media will, dass Google gezwungen wird, die Textsnippets zu kaufen. Oder, wie Stefan Niggemeier es formuliert:

Die VG Media wirft Google vor, diejenigen Verleger zu „diskriminieren“, die von Google für die Anzeige ihrer Inhalte Geld wollen, und zwar dadurch, dass es deren Inhalte nur noch in der kostenlos erlaubten Form anzeigt. Die „Erpressung“ besteht aus VG-Media-Sicht darin, dass Google auf diese Weise „die Zustimmung der Verleger zu einer unentgeltlichen Nutzung der Inhalte erzwingen“ will.

Und das ist der eigentliche Aufreger. Mir geht das Verhalten der VG Media mächtig gegen den Strich.

Natürlich es ärgerlich, dass die Snippets entfernt wurden. Und ja, Google hat über 90% des Suchmaschinenmarktes.

Aber: Google hat die Verlinkung auf die Medienseiten nicht komplett gelöscht. Die Nutzung von Headline und Link war von den Medien ausdrücklich als zulässig definiert worden. Die Medien können sich also immer noch über kostenlosen Traffic freuen. Google hat nicht den Auftrag, Webtraffic gleichmäßig und gerecht über die deutschen Medien zu verteilen.

 

Und das regt mich auf!

Man könnte sogar so argumentieren: VG Media hatte vorher mit den Snippets einen Vorteil gegenüber allen anderen Websites (z.B. Blogs). Jetzt müssen sie sich wie alle anderen Websites in der Liste der Suchergebnisse einreihen.

Was für eine Dreistigkeit? Sie wollen nicht nur in der Suche besser dastehen als andere Websites, sie wollen dafür auch noch bezahlt werden!

Die Deutschen/Europäischen Medien, IT- und Webunternehmen haben es einfach nicht geschafft, ein ähnlich gutes Angebot auf den Markt zu bringen. Und weil das ja blöd ist, stampft die VG Media mit dem Fuss auf und fordert die Gesetzeshüter auf, die Interessen der Deutschen Medien per Regulierung durchzusetzen.

Das Problem ist: der Großteil der Deutschen Bevölkerung wird von diesem Streit in erster Linie durch – na wen wohl? – erfahren: richtig. Dieselben Medien, die gerade gegen Google vorgehen. Die VG Media hat also auch eine gewisse Markt beherrschende Stellung und man darf gespannt sein, wie sie diese (aus-) nutzen werden.

Ich könnte mich noch Tage lang darüber aufregen, deshalb höre ich hier am besten auf.

 

 

Hamburg.

Seit gestern kursiert ein Clip über Hamburg auf YouTube.

Unser Hamburg: Hinter den Kulissen einer Metropole - In atmosphärisch dichten Bildern und poetischen Worten vermittelt der Dreiminüter das Lebensgefühl an der Elbe und gibt Einblicke in die Hamburger Seele.

Der Clip drückt auf beeindruckend schöne Weise aus, was ich für meine Heimatstadt Hamburg empfinde. Hier will ich nie weder weg.

 

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Die moderne Internetnutzung hat Ähnlichkeiten mit Drogenmissbrauch.

Im folgenden Video werden die Ergebnisse einer Studie zur Online Nutzung präsentiert. Es ist erstaunlich: in vielerlei Hinsicht ist das mit den Effekten von Drogen vergleichbar:

5-10% der Befragten haben ihre Online Nutzung nicht unter Kontrolle.

Es ist eine psychologische Sucht: in Brainscans kann man ähnliche Muster im Gehirn im Bereich von Aufmerksamkeit, Emotionen und Entscheidungsfähigkeit feststellen. Durch die einfache Stimulation verlangt das Gehirn immer mehr vom Selben.

Insbesondere Social Media scheint die Produktion von Dopamine ankurbeln. Wobei bis zu 80% der Aktivitäten und Aussagen in Social Media ich-bezogen sind, im Vergleich zu 40% bei persönlichen Begegnungen.

 

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Da ich seit Jahren nicht mehr Offline war, kann ich nicht einschätzen, ob ich Entzugserscheinungen haben würde, sollte das Internet irgendwann mal ausfallen …

 

 

Wearable Tech: das Polo Tech Shirt von Ralph Lauren

Der Trend “Wearable Technologie” nimmt zu. Jetzt hat die erste Luxusmarke ein Gadget rausgebracht: Das Polo Tech Shirt von Ralph Lauren.

Das Hemd hat Silberfäden eingewebt und misst Distanz, verbrannte Kalorien, Bewegungsintensität, Puls und Stresslevel.

 

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Ich schätze, dass in wenigen Jahren fast jeder irgendein “Wearable Tech” Gerät trägt um irgendwas an sich zu messen.

 

 

Das Verlangen der Kripo nach LKW-Mautdaten und die “Broken Window” Theorie

Es ist nach all der Aufklärung durch Snowden schon fast albern, wenn man sich darüber aufregt, dass die Kriminalpolizei die LKW-Mautdaten für ihre Ermittlungen haben möchte. Dennoch ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen.

Es geht hier, wie auch bei allen anderen gesammelten Daten um Präzedenzfallvermeidung. Und das funktioniert ähnlich wie die “Broken Window”-Theorie:

Unter dem Schlagwort „Broken Windows“ haben die US-amerikanischen Sozialforscher James Q. Wilson und George L. Kelling im Jahre 1982 das eingängige Bild der zerbrochenen Fensterscheibe geprägt, die sofort repariert werden müsse, um weitere Zerstörung und in der Folge den Niedergang von Stadtvierteln und schwere Kriminalität zu verhindern. In einer Art ursächlicher Abfolge seien Unordnung und Kriminalität innerhalb einer Community unentwirrbar miteinander verknüpft.

Nur eben mit anderen Vorzeichen. In diesem Fall muss der sich damit einschleichende Überwachungsstaat vermieden werden. In Zeiten von Snowden schon fast albern, sich darüber noch Gedanken zu machen.

Aber dennoch wichtig, da die Daten, die NSA, BND und andere Geheimdienste von der Gesellschaft absaugen, zur Zeit noch nicht allen Institutionen zur Verfügung stehen.

Wie gesagt, Vermeidung der ersten zerbrochenen Fenster im Datenschutz. Die wenigsten von uns sind LKW Fahrer und damit nicht direkt betroffen. Aber Irgendwann kommt die PKW-Maut, dann ist ein Großteil der deutschen Bevölkerung potentiell betroffen. Ein Zugriff auf E-Mail Postfächer könnte irgendwann auch gefordert werden, die Vorratsdatenspeicherung wird hoffentlich endgültig verhindert.

Es muss verhindert werden, dass die Kripo aus Ermittlungsgründen den ersten Stein wirft und den Datenschutz zersplittern lässt.

 

(Gefunden übrigens im D64 Ticker, lohnt sich wohl doch, den zu abbonieren.)

Neues von den Krautreportern.

Krautreporter LogoDas Projekt “Krautreporter” sollte den Lesern meines Blogs hoffentlich hinlänglich bekannt sein. Eine Gruppe von Online Journalisten will ein finanziell unabhängiges Online Medium schaffen und hat dafür von über 15.000 Nutzern je 60 Euro eingesammelt. Die finanzielle Unabhängigkeit soll helfen, hochwertigen Journalismus zu liefern – statt schlecht recherchierter oder nur von dpa Meldungen abgetippter Artikel verteilt auf Klickstrecken. Klickstrecken, die viele Pageviews generieren und damit Werbeeinnahmen in die Höhe treiben. Die Krautreporter nennen das “Der Online Journalismus ist kaputt“. Die t3n hat jetzt ein Interview mit Sebastian Esser, Herausgeber des Krautreporter, veröffentlicht. Dort erklärt Sebastian Esser ein paar Eckdaten zum geplanten Launch des Krautreporter. Der Launch ist für September geplant, allerdings räumt Esser bereits ein, dass es zu Verzögerungen kommen kann. Interessierte Mitglieder bekommen Anfang September eine beta-Version zu sehen. Viel interessanter sind allerdings die folgenden Infos, insbesondere für Leute wie mich, die sich an dem Projekt finanziell beteiligt haben und somit Supporter, bzw. Mitglieder sind:

Es wird Krautreporter in einer Basis-Version und einer Pro-Version geben. Ohne Abo bekommst du nur die Texte und eine begrenzte Auswahl an Fotos. Und du bist ein passiver Konsument, das heißt, du darfst auch nicht kommentieren. Wenn du zahlst, darfst du mitreden. [...]  Unsere Mitglieder bekommen Zusatzmaterial – Videos, Hintergründe und Making-Ofs, aber auch Original-Dokumente zum Download. Und wir denken über Offline-Events nach: Gelegenheiten, sich zu treffen und persönlich auszutauschen, sodass die Community auch im analogen Leben zu spüren ist.

Das sind echte Mehrwerte für Mitglieder:

  • Die Diskussionsmöglichkeit ist hoffentlich für alle, die keine Mitglieder sind, sichtbar und schürt Interesse für eine Mitgliedschaft. Zusätzlich wird das für alle Mitglieder ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugen.
  • Das Zusatzmaterial bekommen viele Nichtmitglieder evtl. nicht zu sehen, jedoch wird es die Mitglieder freuen, etwas mehr Hintergrundmaterial zu erhalten. Und sollte sich wirklich eine Community daraus ergeben, dann sind die analogen Treffen natürlich auch von Interesse.

Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf die Krautreporter!