November 26, 2006

Die Wirtschaftswoche kündigt das Web 3.0 an.

Ein Artikel über das “Internet von übermorgen” in der Wirtschaftswoche kündigt bereits das Web 3.0 an. Da sind wir natürlich sehr gespannt.

Aber erst mal kurz zum Web 2.0, die alte Socke:

Web 2.0 – das Schlagwort steht für hochgradig vernetzte und innovative Online-Angebote, wie etwa die Fotodatenbank Flickr, die Videoplattform YouTube oder die Online-Kontaktbörse MySpace, deren Nutzerzahlen explosionsartig steigen.

Web 2.0 ist eigentlich nur ein ziemlich schwammiger Begriff für viele verschiedene Dinge (technisch, nutzerorientiert, etc.), die im Web gerade aktuell sind und für zunehmenden Erfolg von Webangeboten sorgen. Eigentlich ist dieser Begriff noch nicht genau definiert und wenn man genau hinsieht, dann ist es auch noch nichts, was die große Mehrheit überwiegend nutzt, eventuell ja auch noch nicht mal kennt.

Das macht aber nix, man kann ja dennoch schon mal über Web 3.0 reden:

Dabei ist dies nur ein Zwischenschritt auf dem Weg in eine voll vernetzte Zukunft. Die Entwickler und Wissenschaftler in den Labors der Hochschulen und den Forschungszentren großer IT-Unternehmen wie HP, IBM, Microsoft und Xerox arbeiten bereits emsig an den Komponenten und Programmen für die dritte Generation des Internets. Das Web 3.0, so viel steht bereits fest, wird an Intelligenz und Schnelligkeit alles Bekannte in den Schatten stellen. Vor allem: Es wird allgegenwärtig sein.

Das heisst: das Internet ist nicht mehr nur ein PC-basiertes Netz, sondern durch alle Endgeräte des Alltags erreichbar und nutzbar. Irgendwann werden wir den Begriff “Internet” nicht mehr als Abgrenzung brauchen, denn es wird diese Grenze nicht mehr geben. Alles ist Teil des Internets, somit ist es omnipräsent.

Doch ehe das Web der Zukunft Realität wird, werden noch mindestens sechs bis acht Jahre vergehen. Denn bis es so weit ist, müssen die Wissenschaftler noch einige Aufgaben lösen:

Die größte Herausforderung ist das sogenannte Semantic Web. Ziel dieses Projektes ist es, die Internetseiten so zu modifizieren, dass in Zukunft auch Computer und Suchmaschinen die Bedeutung und Zusammenhänge der auf den Seiten verwendeten Begriffe verstehen können. Während menschliche Intelligenz aus den Texten im Netz sinnvolle Informationen herausfiltern kann, sind die Seiten für die Computer bisher noch eine weitgehend sinnfreie Ansammlungen von Buchstaben.

Was dann kommt, ist Zukunftsvision pur. Amüsant und wünschenswert, aber es wird wohl noch ein wenig dauern, bis das wirklich allgemein verfügbar wird. Und auch fehlerfrei läuft.

Anfragen wie „Wann muss ich morgen das Taxi nehmen, um den ersten Flieger nach Berlin zu bekommen?“ werden im Semantic Web eine Kaskade verknüpfter Suchabfragen auslösen. Sie reichen von der Identifikation des aktuellen Standorts (über das im Notebook eingebaute GPS-Modul) sowie des nächstgelegenen Flughafens über die Abfrage von Flugzeiten, Preisen und freien Plätzen bis hin zur Suche nach einem Taxiunternehmen, das den Transport zum Flughafen übernehmen könnte. Findet der elektronische Assistent im Netz auf der Homepage des Taxiservice eine Faxnummer oder E-Mail-Adresse, kann er sogar selbstständig einen Wagen ordern.

Ich kann mich noch gut an eine Radiosendung erinnern, die vor ein paar Jahren in Frankfurt lief. Bei dieser Sendung sollten die Hörer über die Spracherkennungssoftware der Bahn per Telefon ein Ticket bestellen. Und wer es tatsächlich schaffte, das die Spracherkennungssoftware der Bahn die Abfahrts- und Zielbahnhöfe korrekt erkennt, der konnte etwas gewinnen. Natürlich muss man nicht erwähnen, dass dies kaum jemand geschafft hatte. Aber es sorgte für jede Menge Lacher.

Das Semantische Web kann am Anfang ähnlich viele Lacher für uns bereithalten und Basismaterial für z.B. TV Shows bei YouTube bieten.

Zurück zu Web 3.0. Interessant ist die Vorgehensweise, wie das Web intelligenter werden soll:

Das Verfahren, das die Inhalte künftiger Internetseiten computerlesbar machen soll, heißt Ressource Description Framework, kurz RDF. „Das Ziel ist, die Intelligenz in die Daten zu packen, nicht in die Anwendungen“, erläutert Web-Erfinder Berners-Lee.

Das macht natürlich Sinn - vor allem, weil man dann nicht mehr darauf angewiesen ist, dass das Tool, das man nutzt, intelligent genug ist. Es führt aber auch dazu, dass diejenigen in Zukunft Geschäft machen, die die Daten intelligent machen, und nicht nur diejenigen, die sie auswerten und präsentieren werden.

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