Was ist neu am Web2.0 - fragt die FAZ
By Roland Hachmann in Blogrundschau, Digitales Leben, Im Netz gefischt | 3 comments
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat ein interessantes Projekt am Start. Sie wollen die Leser an der Erstellung der gedruckten Zeitung beteiligen (ohne Bezahlung natürlich). In der Online Ausgabe ist jetzt ein Beitrag darüber zu finden, dass Web 2.0 eigentlich gar nicht so neu ist, denn früher gab es ja schon mal das Usenet. Oder so ähnlich. Streng genommen schreiben sie aber gar nicht über Web 2.0, sondern lediglich über Blogs als ein Teil des Web 2.0. Aber das hat einer der Kommentatoren bereits angemerkt.
Was ist nun der fundamentale Unterschied zwischen Weblogs und Newsgroups? Weblogs sind streng aktualitätsgetrieben und extrem individualisiert. Newsgroups hingegen sind hierarchisch strukturiert, manchmal sogar ehrenamtlich moderiert, Themenabweichungen werden geächtet und es wird sehr auf bestimmte Standards geachtet, die den allgemeinen Weblog-Narzissmen und dem Selbstdarstellungstrieb im Web 2.0 diametral entgegen laufen. Wer fachspezifische Informationen ohne Brimborium sucht, also das Gegenteil von Serendipity, hat in Newsgruppe auch heute noch gute Chancen, fündig zu werden.
Da hör ich doch ein wenig Abfälligkeit gegenüber der Blogosphäre heraus, oder irre ich mich? Ach ja, zum Thema Partizipation der Leser:
„Partizipativer Journalismus“ oder „Citizen Journalism“ ist der Versuch, die Leser in die Produktion von Texten einzubinden. Dies ist der dritte Versuch von FAZ.NET, Online- und Printproduktion miteinander zu verbinden. Bitte kommentieren Sie diesen Beitrag und schreiben Sie auf diese Weise an ihm mit. In der kommenden Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wird dieser Beitrag in einer ausführlichen, ergänzten Version erscheinen.
Genial eigentlich. Denn in der ergänzten Version kann gleich auf die Kommentare eingegangen werden. Es können auch ein paar der vermeintlichen Patzer und Schnitzer, auf die einige Kommentatoren aufmerksam gemacht haben, ausgebessert werden. Und wenn die Kommentare wirklich mit abgedruckt werden, dann hat die FAZ wieder ein wenig Platz gefüllt ohne dafür bezahlen zu müssen. Wahres AAL (Andere Arbeiten Lassen).
Als Blogger kommentiere ich den Artikel der FAZ natürlich lieber in meinem eigenen Blog, leider kann ich kein Trackback setzen, wie es in der Blogosphäre üblich wäre, um die FAZ darüber zu informieren, dass ich über sie geschrieben habe.
[Update:] Herr Knüwer zieht den FAZ Artikel herrlich durch den Kakao!
Ähnliche Beiträge
email this | tag this | digg this | trackback | comment RSS feed




















Andrea | Jan 27, 2007 | Reply
Sauber gebloggt und die FAZ-Kommentarfunktion elegant umgangen. Ich dagegen habe (wahrscheinlich) den 35.798 Kommentar hinterlassen und bin gespannt, ob mein Vielzeiler den Sprung in die gedruckte Welt schafft. Wohl eher nicht.
Roland | Jan 27, 2007 | Reply
na doch, ich glaub schon, dass dein kommentar gedruckt wird. immer optimistisch bleiben. und nicht vergessen: papier ist geduldig
*grins*
Roland | Jan 27, 2007 | Reply
Dein Kommentar war übrigens erst der 8. bei der FAZ, was nicht für das AAL Prinzip der FAZ spricht…