Die Zukunft der Zeitschriften liegt in der Nische.
By Roland Hachmann in Blogrundschau, Digitales Leben, Im Netz gefischt, Popkultur, Trends, Web 2.0, Wirtschaft | 0 comments
Wie wahr, wie wahr:
Es ist unbestreitbar, dass die Zukunft für den Zeitschriftenmarkt in den Nischenprodukten liegt. (Markus Peichl, in einem Interview mit der FAZ.)
Auch der Rest des Artikels ist sehr interessant:
Auch die großen Verlage, davon bin ich hundertprozentig überzeugt, müssen nischenfähig werden, um überleben zu können. Nischenfähig heißt, Magazine so zu produzieren, dass sie auch mit geringer Auflage Gewinn machen. [...] man kann sehr viel falsch machen. Zum Beispiel ein Heft, das in einem Segment erfolgreich ist, fünfzehn Mal zu kopieren. Das ist das, was die Käufer frustriert, das ist das, was die Konsumenten abschreckt, das ist das, was die Werbekunden nicht brauchen. Das ist, was Print kaputtmacht, weil es Printprodukte systematisch entwertet.
Allerdings geht es auch immer darum, nicht nur einen eindimensionalen linearen Service anzubieten:
Der soziale Aspekt, die Partys und Dinner, die wir veranstalten, ist enorm wichtig, leider fast wichtiger als der tatsächliche Inhalt eines Magazins. In Internetsprache heißt dies wohl community building; die Leserschaft trifft sich in 3D.
Zu jedem Trend gibt es einen Gegentrend. Das Internet ist gut für schnelle, sehr aktuelle aber kurze Informationshäppchen. Dagegen werden die gedruckten Medien nicht mehr ankommen. Aber das erzeugt auch einen interessanten Gegentrend:
Natürlich hat das Internet das Mediennutzungsverhalten komplett verändert. Aber nur die über Vierzigjährigen tun immer so, als wäre das Web ein Mythos und etwas unglaublich Faszinierendes. Für die junge Zielgruppe ist es die Normalität, der Alltag, etwas absolut Selbstverständliches. Für die ist dann oft eine Zeitschrift etwas Besonderes, etwas, was Sex hat, etwas, was Sinnlichkeit hat, eben das, was das Internet nicht hat. Wir setzen mit „Liebling“ ganz bewusst auf klassische Magazintugenden: lange Texte, große Fotos, eben nicht dieser Häppchen-Journalismus.
Print ist nicht tot. Es muss sich nur neu erfinden. Viel Spass damit, es könnte sehr interessant werden!
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