Musik
MegaUpload stand kurz vor einem Launch, der die Musik Branche umgekrempelt hätte
Was ist MegaBox? Nichts weniger als eine Musikplattform, die die Musikbranche heftig durchgeschüttelt hätte. Zu Lasten der etablierten Musikverlage. Mal wieder. Aus dem Hause MegaUpload, das jüngst, mit viel TamTam in der Presse, geschlossen wurde.
MegaBox hatte ein äußerst attraktives Modell für Musiker in Planung:
Not only is MegaUpload fighting tooth-and-nail against Universal Music Group, but they’re now planning the launch of a cloud-based music locker, download store, and do-it-yourself artist service. It’s called MegaBox, and it’s already up in beta with listed partners 7digital, Gracenote, Rovi, and Amazon MP3. (…) “UMG knows that we are going to compete with them via our own music venture called Megabox.com, a site that will soon allow artists to sell their creations directly to consumers while allowing artists to keep 90 percent of earnings. (…) Instead of charging artists, Schmitz wants to pay artists – even for free downloads. ”We have a solution called the Megakey that will allow artists to earn income from users who download music for free,” Dotcom outlined. (Quelle)
Mag sein, dass MegaUpload und Kim ‘Dotcom’ Schmitz einfach die falschen Player dafür waren. Die MegaUpload Plattform war einfach eine viel zu große Zielscheibe für alle Urheberrechtsverletzungsklagen der Musikindustrie.
Dennoch sieht man an diesem Beispiel, dass es solche Modelle wie MegaBox in der Zukunft durchaus geben kann. Wie genau das Geschäftsmodell von Schmitz ausgesehen hätte, wissen wir nicht. Aber er ist ja durchaus dafür bekannt, digitale Geschäfte zu Geld zu machen.
Irgendwann kommt jemand anderes mit einem vielleicht noch besseren Modell. Die Musikindustrie wird das aller Wahrscheinlichkeit nach nicht sein.
Wie die Buch Branche ticken könnte: Spreeblick macht es vor.
Die Bücher Branche wird mittelfristig ähnliche Probleme bekommen wie die Musik Branche. Statt teuere Logistik zu bezahlen, um bedrucktes totes Holz von A nach B zu verfrachten, werden immer mehr Personen digitale Bücher lesen. Anders als bei Musik spielt die Haptik echter Bücher für viele eine stärkere Rolle, der Trend ist jedoch klar erkennbar.
Johnny Häusler von Spreeblick hat jetzt ein Buch mit Kurzgeschichten geschrieben: „I live by the River“ – und verkauft dieses jetzt selbst für schmales Geld:
Knapp 3000 eBooks hat Haeusler inzwischen verkauft und zeigt den von eBooks gelangweilten Verlagen, wie man digitale Leser erreicht. Ausgerechnet mit Kurzgeschichten. Noch so eine ungeliebte Gattung der Verlage. Noch dazu Geschichten, die im Grunde alle schon einmal bei Spreeblick veröffentlicht wurde. Jetzt aber eben gesammelt. Es geht also – mit guten Inhalten, ja klar, und einem Kampfpreis. 99 Cent.
Zugegeben, Johnny Häusler hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber allen anderen Autoren, die ihre Vermarktung selbst in die Hand nehmen. Er kann einfach darüber twittern, und jedes Mal verkauft er ein paar Exemplare seines Buches.
Die Verlage sollten genau aufpassen, was hier passiert. Denn Johnny Häusler hat meiner Meinung nach recht, wenn er erklärt, wie man den Markt der eBooks aufbauen sollte:
Ich glaube, der App-Markt hat hier gezeigt, wie es gehen kann. Apps waren anfangs kostenlos, dann wurden die 79 Cent normal, inzwischen kann man Spiele und Software auch für 15 Euro und mehr kaufen. Den eBook-Markt bekommt man nicht in die Gänge, wenn ein Buch 25 Euro kostet – da schmerzt der Kauf-Klick zu sehr.
Bei 99 cent greift man schneller mal zu. So könnten die User lernen eBooks zu kaufen, bevor sie lernen, sie “kostenlos” runterzuladen. Die Buch Branche hat die seltene Gelegenheit, aus den Fehlern zu lerenen, die die Musik Branche gemacht hat. Werden die Verlage diese Chance erkennen?
(via off the record)
Dubstep, Breakbeat, 2Step, Hip Hop und House. Was ist was?
Die neue Schweiz für Musikpiraten.
Videopunk schreibt auf Twitter:
iTunes Match ist die neue Schweiz für Musikpiraten.
Ich hatte einen ähnlichen Gedanken, als ich eben die WWDC Keynote von Steve Jobs verfolgte: endlich können Musikpiraten ihre geklauten Songs waschen. Das auch noch supergünstig, für nur $25,- pro Jahr.
Einfach per iTunes Match die Songs auf der Festplatte identifizieren lassen und danach die Songs aus iTunes heraus (vielleicht sogar noch in besserer Qualität) in der Cloud speichern, auf jedes Endgerät puschen und voilá: weiße Ware, äh Songs. Zumindest auf allen Geräten außer dem Originalgerät, wo die geklauten Songs auf der Festplatte schlummerten.
Ein cleverer Schachzug, auch aus Sicht der Musikindustrie – denn ich bin mir sicher, dass die großen Labels das unterstützen. Denn sollte Apple einen Teil der Einnahmen an die Labels abführen, wovon ich stark ausgehe, können diese zum einen auch an jenen Songs mitverdienen, die vorher bereits auf CD gekauft wurden und kassieren so doppelt. (Update: Die Musikverlage erhalten 30% von den $25)
Bei allen anderen Songs können die Labels auf diese Weise doch noch ein wenig an vormals geklauten Songs mitverdienen. Das wäre wie ein leises Eingeständnis, dass die Piraterie nicht mehr aufzuhalten ist.
Sehr clever, Herr Jobs! Sie sind wieder mal einen Schritt voraus!
Musikvideo in Slowmotion
Erstaunlich, wie immer wieder Ideen und Experimente aus dem Web ihren Einzug in kommerzielle Dinge finden.
Zum Beispiel die Idee, eine Einfahrt in einen Bahnhof mit einer Kamera mit 210 Bildern pro Sekunde zu filmen und dann 7x langsamer – mit 30 Bildern pro Sekunde abzuspielen.
So geschehen bei diesem Musikvideo (“Low Guns”, von SixToes, www.sixtoes.co.uk):
Dass die Idee nicht neu ist, zeigt dieses ein paar Monate ältere Video auf YouTube:
Dass das Musikvideo sogar von diesem YouTube Video inspiriert wurde, steht in den Credits.
(Mehr Infos zu dem ursprünglichen Video gibt es hier)




